Werkstoff Holz

Tradition und Moderne im Holz vereint

Holz hat die wahrscheinlich längste Tradition von allen seitens des Menschen zielgerichtet genutzten Baumaterialien überhaupt.

Trotz seiner Jahrtausende währenden Verwendung ist Holz zugleich einer der modernsten Baustoffe. Das gilt zuallererst aus ökologischer Sicht wegen seiner natürlichen und weitgehend umweltfreundlichen Produktion. Als nachwachsender Rohstoff steht Holz bei nachhaltiger Bewirtschaftung der Wälder dauerhaft zur Verfügung. Die Wälder entlasten zudem die Atmosphäre durch den Abbau von Kohlendioxid. Holz kann mit relativ geringem Energieaufwand verarbeitet werden.

Modern ist Holz aber auch deshalb, weil es für ein gesundes Wohnklima sorgt. Es wird den wachsenden Ansprüchen an ein hochwertiges und zugleich nutzenorientiertes Design gerecht und bietet nicht zuletzt eine unvergleichliche haptische Behaglichkeit. Einen professionell gearbeiteten Handlauf zu benutzen, kann ein regelrechtes Vergnügen sein. Ästheten sprechen gern auch von Handschmeichlern bei solchen Bauelementen.

Die Wirkung von Holzbauteilen wird maßgeblich auch von der zum Einsatz kommenden Holzsorte bestimmt. Verwendung finden grundsätzlich Nadel- und Laubgehölze, einheimische und auch exotische Holzarten.

Zu den Kriterien, die den Verwendungszweck einer Holzart bestimmen, gehören unter anderem

  • Festigkeit
  • Formstabilität
  • Elastizität
  • Farbverlauf
  • Feuchtigkeitsempfindlichkeit
  • Gewicht
  • Verarbeitbarkeit
  • Widerstandsfähigkeit gegen Pilz- und Insektenbefall, aber auch
  • Aufkommen und natürlich der
  • Preis.

Von weich bis hart - universelles Material

Gemessen an der sogenannten Brinellhärte werden die Holzarten in Harthölzer, mittelharte Hölzer und Weichhölzer unterteilt.

  • Klassische Harthölzer aus deutschem Waldbestand sind unter anderem Buche, Eiche, Esche, aber auch Nuss und Obstgehölze wie Kirsche oder Birne.
  • Zu den mittelharten Arten zählen beispielsweise die Birke und der Ahorn.
  • Als Weichholz eingestuft sind vor allem die Nadelholzarten.

Einheimische Nadelgehölze dominieren Fensterbau

Deutsche Nadelgehölze wie Tanne und Fichte machen den weitaus größten Teil der hierzulande verwendeten Bau- und Konstruktionshölzer aus. Verwendung finden sie auch als massive Bekleidungselemente oder Fußbodendielen. Neben diesen Holzarten ist vor allem die stark asthaltige Kiefer Werkstoff für den Möbelbau und für Bauelemente wie Türen und Fenster, aber auch für Leimholzplatten und Paneele.

Zu den rareren und damit auch teueren heimischen Nadelgehölzen zählen Lärche und Douglasie. Letztere wird neben der Verwendung als Wand- und Deckenbekleidung beim Innenausbau wegen der guten Witterungsbeständigkeit auch für die Fassadenverkleidung eingesetzt. Das Material für die regional sehr beliebte Hausverkleidung mit Holzschindeln liefern Lärche, Fichte, Eiche oder Buche und als hochwertiges Importholz auch die Zeder.

Laubgehölze als edle Treppen und Trennwände

In jüngerer Zeit gewinnen die zur Gruppe der Laubbäume zählenden heimischen Weich-, Hart- und Edelhölzer wie Ahorn, Birke Buche, Eibe, Eiche, Erle, Esche, die Kastanie, Nussbäume, die Robinie, aber auch Obstgehölze wie die Kirsche oder der Wildapfel und die Wildbirne wachsende Bedeutung im Möbelbau, im anspruchsvollen Innenausbau und als Furnierhölzer. Selbst Ulmen, auch Rüster genannt, werden zu edlen Türen verarbeitet. Nur Pappel und Weide, traditionell auch Rohstofflieferant für Flechtwerk, dienen nach wie vor allem als Schälholz unter anderem für die Anfertigung von Sperrholzplatten.

Insgesamt sind, was die Nutzung der verschiedenen Holzarten anbelangt, handwerkliche Traditionen und technische Innovationen eine Verbindung eingegangen, die vieles Überraschende für Bauherren und die Restauration bereit hält. So lohnt es sich, sich bei einem Fachbetrieb ausgiebig über die Vielfalt der Möglichkeiten auch und gerade bei Fenstern und Türen kundig zu machen, ehe man die einfachste Lösung "von der Stange" wählt.

Zu den vielen einheimischen Holzarten mit jahrhundertealter Verarbeitungstradition kommt ein fast unüberschaubare Menge importierter Materialien, allen voran solche wohlklingenden Namen wie Teakholz, Mahagoni oder Palisander, aus denen im Bautischlerbereich hochwertigste Türen und Fenster hergestellt werden. Es gibt mittlerweile Fachbetriebe, die ihr Sortimente nach den Holzarten als Obstbaum-, Schwarzwald- oder Exotikkollektion in den Markt bringen.

Holz für Schal- und Rüstarbeiten

Für Schal- und Rüstarbeiten ist, anders als beim Bau von Fenstern und Türen, Treppen, Brüstungen oder bei der Innenraumgestaltung keine 1a-Qualität nötig. Hier werden je nach Anforderung üblicherweise ungehobelte, oder nur grob geglättete Bohlen und Balken vorrangig aus Fichte, Tanne und Kiefer eingesetzt.

Normen regeln europaweit einheitliche Kürzel für die Holzarten

Die deutsche DIN-Norm 4076 - Benennungen und Kurzzeichen auf dem Holzgebiet; Holzarten kennt für 257 Holzarten ein eigenes, sozusagen amtliches Kurzzeichen. Trotzdem erwies sie sich, salopp gesagt, als Holzweg. Da die Abkürzungen aus den deutschen Bezeichnungen der jeweiligen Bäume gebildet wurden, (EI beispielsweise für die Eiche und AH für den Ahorn) waren sie im internationalen Handelsverkehr nicht durchsetzbar. In der DIN EN 13556 - Nomenklatur der in Europa verwendeten Handelshölzer wurden darum die Standardnamen für aktuell 414 handelsübliche Rund- und Schnitthölzer in deutscher, englischer und französischer Sprache aufgelistet und mit einem Vierletter-Code eindeutig identifizierbar gemacht. Jetzt trägt die einstmals deutsche Eiche als nun Eiche, allgemeine (europäische), die Kurzbezeichnung QCXE, EU und der Bergahorn das vereinheitlichte Kürzel ACPS, EU.

Aus Rundholz wird Schnittholz mit DIN-Abmessungen

Die Stämme gefällter Bäume heißen üblicherweise Rundholz und werden in Sägewerken durch Achsenlängsschnitt und normgerechte Kürzung zu sogenanntem Schnittholz verarbeitet, welches dann dem Handwerk und der verarbeitenden Industrie über den Holzhandel zur Verfügung gestellt wird. Für spezielle Verwendungszwecke im Möbelbau und bei den Tischlereien werden selbstverständlich auch Direktaufträge auf Bestellung ausgeführt.

Die Abmessungen und Bezeichnungen der Schnitthölzer sind standardisiert durch die Normen DIN 4074 - Sortierung von Holz nach der Tragfähigkeit für Bauholz zur Verwendung bei tragenden Bauteilen oder zum Zwecke der Aussteifung und die DIN 68252 - Begriffe für Schnittholz, Form und Maße im Allgemeinen.

Schnittholzbezeichnungen nach DIN-Normen: (aufsteigend nach zunehmendem Materialvolumen)

  • Furnier
  • Leiste
  • Latte
  • Diele
  • Brett
  • Bohle
  • Kantholz
  • Balken

Unterschieden wird zudem nach der Schnittführung unter anderem in Ganzholz mit vollem Baumquerschnitt, kerngetrenntem Halbholz und viertelgeschnittenem Holz, oder nach der Art der Außenkante in kantig oder säumig. Letzteres, wenn Reste der Rundung ersichtlich sind. Holzwerkstoffe und holzähnliche Werkstoffe Neben dem sogenannten Vollholz kommen auch verarbeitete Holzwerkstoffe und holzähnliche Materialien in Bautischlereien zum Einsatz. Dazu gehören unter anderem Sperrhölzer, Furnierstreifenhölzer und Furnierplatten, aus Massivholzstäben verleimte Tischlerplatten, Rohspan-, geschliffene und furnierte Spanplatten, OSB-Spanplatten (Oriented Strand Board - Richtungsorientierte Hobelspanplatte mit erhöhter Festigkeit) und verschiedene Ausführungen von Faserplatten, wie die mitteldichte Faserplatte (MDF). Die Einteilung dieser Werkstoffe findet sich in der DIN EN 13986 - Holzwerkstoffe zur Verwendung im Bauwesen Eigenschaften, Bewertung der Konformität und Kennzeichnung.

Eingesetzt werden auch Kunststoffe. Sie waren lange Zeit auf dem Vormarsch. In jüngerer Zeit kommen aber wieder mehr und mehr Holz und Holzwerkstoffe zum Einsatz.



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