Einsatzfelder

Bautischler sorgen für den Einbau aller Arten von Brettern, Profilhölzern und Leisten in Gebäuden und Wohnungen.

Zudem kümmern sie sich auch um die Wärme- und Schallisolierung im Zusammenhang mit der Errichtung von hölzernen Bauelementen wie Deckenverkleidungen oder Holzständerwänden.

Die Einsatzfelder sind nicht immer streng abzugrenzen gegenüber der Tätigkeit einer Möbeltischlerei. Da die fachliche Ausbildung ohnehin die Gleiche ist, haben wir es hier häufig vor allem mit der Spezialisierung der jeweiligen Betriebe zu tun.

Im Folgenden sollen einige typische Einsatzfelder von Bautischleiern etwas näher betrachtet werden:

Balkonanlagen

Individuelle Balkonbrüstungen und komplette Anlagen mit den dazu passenden Bodenhölzern, teils kombiniert mit Wandpaneelen und fest verbauten Möbeln wie Aufbewahrungen oder an der Brüstung fixierten Tischplatten werden gegenwärtig zunehmend aus Materialmixen Stahl/Glas/Holz gefertigt. Dabei kommen vor allem heimische Harthölzer und vielfach auch importierte Edelhölzer zum Einsatz. Vor allem in südlicheren Regionen Deutschlands wird allerdings nach wie vor die klassische Holzbrüstung, bzw. der komplette Holzbalkon als individuelle Lösung bevorzugt.

Bühnen- und Messebau

Besonderes Einsatzgebiet für spezialisierte Bautischlereien sind der Bühnen- und Messebau. Das kann sowohl im Auftrag ortsansässiger Theater oder Festspielhäuser im Zusammenhang mit der Errichtung besonderer Bühnenbilder, dem Bau von Bühnenelementen oder Requisiten sein.

Es kann sich aber auch auf die Anfertigung spezieller Messestände nach den individuellen Wünschen des Kunden sein. Besondere Beispiele liefert hier die alle zwei Jahre in Frankfurt stattfindende IAA für den Pkw-Bereich, wo große deutsche Hersteller mit wahren Messetempeln glänzen. Aber auch der mittelständische Gewerbetreibende, der häufig Publikumsmessen besucht, legt heute Wert auf Individualität und greift nicht unbedingt zum fertigen Standsystem.

Ergänzende Bauelemente

Zum Bereich der ergänzenden Bauelemente gehört unter anderem die individuelle Anfertigung und Montage von Sockellösungen und Scheuerleisten aus Spezialhölzern, vor allem im sehr hochwertigen Büro- und Wohnraumbau.

Fenster

In früheren Jahren waren Fenster aus Holz der Standard in Wohnbauten. Mittlerweile steht eine Vielzahl von Materialien dafür zur Verfügung. Trotzdem behauptet das Holzfenster zu recht seine Position als eine der hochwertigsten Lösungen. Holzfenster werden aus Eiche, Kiefer, Fichte, Lärche, Tanne, aber auch aus tropischem Hartholz wie Meranti zum Beispiel gefertigt. Bei industriell vorgefertigten Bauelementen finden sich auch Lösungen mit plastikbeschichteten Holzkernen zur Erreichung einer hohen Stabilität und Langlebigkeit.

Individuelles Design und in die Fassade genauestens eingepasste Optik garantiert natürlich vor allem die vom Bautischler speziell nach den Vorstellungen des Kunden gefertigte Lösung. Das gilt nicht nur für klassische Sprossenfenster, sondern bei jeglicher designorientierten Gesamtkonzeption, bei der zugleich Wert auf hohe Funktionalität und Qualität gelegt wird.

Grundsätzlichen Anforderungen, die Fenster zu erfüllen haben:

  • Brandschutz
  • Einbruchschutz
  • Fugendichtigkeit
  • Lärmschutz
  • Schallschutz
  • Schlagregensicherheit
  • Sonnenschutz
  • Statik

Fenster unterliegen als Bauelemente von ihrer Größe her und auch der Ausführung nach einer Normung, beispielsweise hinsichtlich der Laibungsmaße und der Anbringung der Befestigungselemente.

Da Fenster einen beträchtlichen Anteil an der Einhaltung der Energieeinsparverordnung (EnEV) haben, kommt es hier aber vor allem auch auf die Verwendung hoch isolierender Glasmaterialien und auf einen ausgeklügelten konstruktiven Wärme- und Witterungsschutz an. Dazu dienen unter anderem mehrere beispielsweise gummigedichtete Schließebenen im Rahmenumlauf.

Heute ist es möglich, einen sogenannten U-Wert, der die Dämmleistung angibt, von 0,7 zu erreichen. Auch 1,1 gehört zu wirklich guten Werten. Das entspräche der Dämmung einer fast 50 Zentimeter starken Wand aus Kalksandstein, rechnen manche Fensterproduzenten mittlerweile ihren Abnehmern vor. Vorgeschrieben ist in der EnEV ein Wert von 1,8 und gute Fenster liegen so im Schnitt bei 1,3 W/m²k.

Neuerdings kommen auch die klassischen Klappläden wieder verstärkt in Mode. Viele Bautischler bieten hier neben dem Nachbau historischer Varianten auch sehr innovative moderne Lösungen an. Klappläden verbinden eine nicht zu unterschätzende nächtliche Schutzwirkung mit einem ganz besonderen architektonischen Effekt. Insbesondere in Südlagen sind durch Klappläden mit entsprechender Schlitzgestaltung bei hohem sommerlichen Sonnenstand und damit verbundenem Hitzestau auch verblüffende Belüftungseffekte zu erzielen.

Fassadenverkleidungen

Für Fassadenverkleidungen werden Fichte und Kiefer als Profilholz oder Blockbohlen verwendet. Für Außen besonders geeignet sind Lärche und Douglasie wegen ihrer hohen Witterungsbeständigkeit. Üblich ist zumindest regional auch die Verwendung von meist industriell gefertigten Holzschindeln, gern aus Lärchenholz.

Flankierende Arbeiten

Zu den flankierenden Arbeiten, die Bautischler im Auftrage anderer Gewerke erledigen, gehört die Anfertigung und Errichtung von Stützungen, Rüstungen und Schalungen.

Fußböden

Viele Bautischlereien bieten auch die Anfertigung von Dielenböden und deren Verlegung, sowie die Verlegung konfektionierter Dielen, oder anderweitiger Bodenbeläge an.

Möbel

Einbaumöbel und andere fest verbaute hölzerne Einrichtungsteile wie Einbauschränke, Küchendurchreichen, Mauerbrüstungen oder Mediawände zur Aufnahme von Flachbildfernsehgeräten und Tonanlagen werden häufig ebenfalls von Bautischlereien errichtet.

Restaurierung und Sanierung

Viele Bautischlereien sind Spezialisten für die Restaurierung von Holzteilen an Altbauten, insbesondere auch im Fachwerksbereich, wo es häufig im die komplette Sanierung geht. Nach einer professionellen Entfachung findet hier vor allem Eiche Verwendung für die Reparatur der tragenden Konstruktion, da dieses Holz in den meisten Fällen die alte Substanz bildet. Anschließend wird historisch getreu in der Optik, aber möglichst unter dem Gesichtspunkt moderner Energieeffizienz, wieder ausgefacht. Dabei ist im Übrigen die klassische Holz-Lehm-Mischung im modernen Bausegment einer der Geheimtipps für ökologisch korrektes und gesundheitsförderndes Bauen.

Bei der Sanierung von Treppen geht es meist um die Stufenerneuerung zur Beseitigung der Trittspuren und zur Wiederherstellung nicht nur der Optik, sondern vor allem der Sicherheit. Auch Fenster und Türen zu reparieren gehört zum Leistungsangebot von Bautischlereien, inklusive dem Nachbau historischer Bauelemente nach Muster, Zeichnung oder Foto.

Treppen

Handwerklich gefertigte Holztreppen geben einer Immobilie ein ganz besonderes inneres Flair. Sie sind nach der Art der Auflage der Trittstufen in Balkentreppen, aufgesattelte Treppen, Wangen- oder Bolzentreppen unterscheidbar. Sie können auch freitragend sein, mit je einer Auflage oben und unten. Sie verlaufen gerade aufsteigend, mit einem oder mehreren meist 90 oder 180 Grad schwenkenden Absätzen, und auch als Spindel- oder als Wendeltreppe.

Vom Material her finden sich Massivholztreppen ebenso wie Kombinationen aus verschiedenen Baustoffen. Für Treppenaufgänge im Innenbereich werden vor allem Ahorn, Buche und Kirsche verwendet. In jüngerer Zeit häufig kombiniert mit Edelstahl und auch mit Glas.

Treppen müssen der DIN 18 065 - Maßliche Anforderungen an Treppenbauwerke sowie den strengen Vorschriften der Bauordnungen der Länder hinsichtlich von Rettungswegen entsprechen. Ebenfalls strengen Regelungen durch DIN-Normen und die jeweiligen Landesbauordnungen unterliegen die Treppengeländer. Vorschrift sind auch bei nicht mit Geländern zu sichernden Treppen Handläufe. Gerade die Handläufe sind häufig weit mehr als nur ein Sicherungselement: Sie verleihen dem handwerklich gefertigten Original die besondere Optik und faszinieren mit ihrer unvergleichlichen Haptik die Nutzer.

Türen

Die gebräuchlichen Formen von Türen sind Anschlagtüren, sowie Falt- und Schiebetüren.

Anschlagtüren bestehen üblicherweise aus der Zarge und dem darin einseitig mit Scharnieren oder Bändern befestigten und schwenkbaren Türblatt. Vermittels eines Türschlosses kann dieses in der Zarge bzw. im Türstock fixiert werden.

Falt- und Schiebetüren finden überwiegend im Innenbereich Verwendung. Sie sind in der Regel vermittels Hängung in Rollen- oder Schienenkonstruktionen befestigt und meist unten durch zustätzliche Laufsysteme gesichert.

Zumindest im Außenbereich haben Türen ähnlichen Anforderungen wie Fenster zu genügen. Ganz besondere Aufmerksamkeit ist hier der Einbruchshemmung zu widmen. Deshalb empfiehlt sich in jedem Falle auch der Einbau einer Haus- oder Wohnungstür durch einen anerkannten Fachbetrieb. Einbruchhemmende Türelemente werden nach der DIN V ENV 1627 in sechs Widerstandsklassen eingeteilt.

Ähnlich wie bei Fenstern gibt es auch bei Türen Standardabmessungen. Es werden die gleichen Materialien verwendet. Auch hier erfolgt auf Wunsch der Einbau industriell vorgefertigter Türen, oder die Anfertigung nach den Wünschen des Kunden.

In jüngerer Zeit wird zum Einen immer mehr Wert auf wirklich den höchsten Sicherheitsstandards genügende Außentüren gelegt. Zum Anderen geht die Entwicklung im Innenbereich immer mehr hin zur Verwendung sehr hochwertiger Holzarten in handwerklich perfekter Verarbeitung. Materialkombinationen sind ebenso im Trend, wie die Berücksichtigung von fernöstlichen Wohnphilosophien wie dem Feng Shui bei der Auswahl der Materialien für Türen oder auch Treppen.

Wand- und Deckenlösungen

Neben der Anfertigung und Montage von Paneelen und Plattenkonstruktionen zur Decken- und Wandbekleidung errichten Bautischlereien auch Holzständerwände und gestalten Wohn- und Arbeitsräume auf Wunsch mit häufig auch als Blindvariante ausgeführten sichtbaren Balkenkonstruktionen oder nachempfundenem Fachwerk mit Unterzügen.



(c) by Päffgen GmbH bzw. deren Autoren 2009, www.bautischler.de

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